Warum Sie sich über Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen (EULAs) Gedanken machen sollten

Mai 9, 2018
Sabrina Holtzhausen

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Sabrina Holtzhausen

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Wann haben Sie das letzte Mal ein vollständiges juristisches Dokument durchgelesen? Wenn Sie nicht von Beruf Rechtsanwalt sind, lautet die Antwort auf diese Frage wahrscheinlich: nie. Da die Technologie jedoch nicht still steht und immer schneller voranschreitet, nehmen wir uns oft nicht genügend Zeit, um zu verstehen, womit wir uns eigentlich einverstanden erklären, wenn wir den Bedingungen für das Herunterladen und die Nutzung von Software zustimmen.

Auf persönlicher Ebene mögen die Auswirkungen vielleicht keine unmittelbaren (oder langfristigen) Folgen haben, aber aus Sicht eines Unternehmens ist dies sicherlich kein optimaler Ansatz. Es müsste selbstverständlich sein, dass Unternehmen wissen, womit sie sich einverstanden erklären, aber tatsächlich lesen wir nicht immer das Kleingedruckte – obwohl wir wissen, dass wir dies tun sollten.

Was ist eine Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA)?

Aus Benutzersicht legen Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen (EULAs) die Parameter zur Nutzung einer Anwendung oder Software durch einen Benutzer oder eine Organisation fest. Diese Definition erscheint auf den ersten Blick fair, aber ist diese Vereinbarung in Wirklichkeit eine Einbahnstraße?

Die andere Seite der Medaille ist, dass EULAs häufig Berechtigungen erteilen, von denen die Endbenutzer in der Regel nicht wissen, dass sie zugestimmt haben. Wenn ein Benutzer zum Beispiel Inhalte zur Speicherung in einer Software oder einem Dienst zur Erstellung von Inhalten hochlädt, dürfen die Anbieter diese Inhalte möglicherweise als lizenzfreie und nicht-exklusive Inhalte verwenden. Die meisten Unternehmen würden diesen Bedingungen niemals zustimmen, wenn sie wüssten, worum es eigentlich geht.

Zu guter Letzt sei darauf hingewiesen, dass EULAs rechtsverbindliche Verträge sind. Indem Sie der bedingten Nutzung einer Software oder Dienstleistung per Mausklick zustimmen, gehen Sie einen Vertrag mit Herstellern und Dienstleistern ein.

Die Bedeutung von EULAs

Die Art und Weise, wie Anwender heutzutage Software einsetzen und verbrauchen, hat sich geändert. Mit dieser Änderung steigt auch die Komplexität beim Kauf von Software. Die meisten Benutzer klicken einfach auf Akzeptieren, wenn sie mit einer EULA konfrontiert werden, ohne sich der rechtlichen Folgen für ihr gesamtes Unternehmen bewusst zu sein, und dies kann einer effektiven Software Lifecycle Management-Strategie im Wege stehen.

Es gibt drei Hauptgründe, warum Unternehmen ein umfassendes Verständnis von EULAs sicherstellen sollten:

  • Schützen Sie Ihre finanziellen Vermögenswerte – Wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer Lizenzvereinbarung versteht, kann es die Compliance-Risiken und -Verpflichtungen beschränken, die durch unvorhergesehene rechtliche Probleme verursacht werden.
  • Schützen Sie Ihr Kerngeschäft – In der Welt der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen Organisationen verstehen, wer Zugriff auf ihre Daten hat, ob Hersteller gesetzliche Rechte zur Nutzung ihrer Daten haben und wo die Daten gespeichert werden (z. B. in der Cloud).
  • Schützen Sie sich und Ihr Team – Die blinde Zustimmung zu EULA-Bedingungen verletzt unter Umständen die IT-Richtlinien Ihres Unternehmens. Außerdem kann ein umfassendes Verständnis der Vereinbarungen verhindern, dass Benutzer Geschäftsgeheimnisse preisgeben, indem sich ihr Computer im Hintergrund mit einem Cloud-Drive verbindet.

Was Sie überprüfen sollten

Unternehmen müssen verstehen, womit sie sich einverstanden erklären, bevor sie sich den EULA-Bedingungen unterwerfen. Im Folgenden finden Sie einige Fragen, die Unternehmen stellen sollten, bevor Endbenutzer auf neue Software oder neue Software-Versionen in ihrem Unternehmen zugreifen oder diese installieren.

  1. Gibt es Nutzungsbedingungen Dritter?
  2. Gewährleistung (Dauer und Bedingungen)?
  3. Automatische Verlängerung und Kündigungsrechte?
  4. Wie sehen die Audit-Bedingungen aus?
  5. Geographisches Nutzungsrecht oder Nutzungsbeschränkung?
  6. Rechtmäßiger Name des Herstellers?
  7. Zugriff auf IT (remote)?
  8. Vorinstallations-Bedingungen/Dauer?
  9. Beendigung bei ausbleibender Zahlung?

Wenngleich diese Liste nicht abschließend ist, so enthält sie doch einige der wichtigen Fragen, die Unternehmen beachten müssen.

Wie kann SoftwareONE behilflich sein?

Oftmals müssten Organisationen mit der Rechtsabteilung zusammenarbeiten, um die Bedingungen neu eingeführter Software gründlich zu überprüfen. Rechtsabteilungen stecken aber meist in anderen Projekten fest, sodass eine vollständige Überprüfung in vielen Fällen Projekte verzögern könnte, die sich an einen bestimmten Zeitplan halten müssen.

Hier bei SoftwareONE helfen wir Ihnen gerne, komplexe Lizenzvereinbarungen zu verstehen und Ihre Organisation vor möglichen Gefahren durch die Zustimmung zu den Bedingungen von EULAs zu schützen. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie weitere Fragen haben oder wenn Sie den Ansatz Ihres Unternehmens zur Verwaltung von Lizenzvereinbarungen verfeinern möchten.

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