UNIFIED COMMUNICATIONS IM GESUNDHEITSWESEN

April 16, 2019

Bis zu 34 Milliarden Euro jährlich könnte das deutsche Gesundheitswesen laut einer McKinsey-Studie aus dem vergangenen Herbst durch den Einsatz digitaler Technologien einsparen – das entspricht rund 12% der gesamten jährlichen Gesundheits- und Versorgungskosten von zuletzt 290 Milliarden Euro. Dabei definierten die Strategie- und Unternehmensberater insgesamt sechs Lösungsfelder mit unterschiedlich hohem Einsparungspotenzial, darunter etwa die Umstellung auf papierlose Datenverarbeitung, Online-Interaktionen z.B. durch Teleberatung, die Digitalisierung von Arbeitsabläufen durch die mobile Vernetzung von Pflegekräften, eine bessere Entscheidungsfindung aufgrund von Datentransparenz und einheitlicher Datenverwaltung, die Patientenselbsthandlung durch Gesundheits-Apps oder digitale Diagnosetools oder einem Patienten-Self-Service durch Onlineportale zur Terminvereinbarung.

Viele gute Ansätze haben in der Praxis bereits Einzug gehalten – bei vielen Ärzten können wir mittlerweile unsere Termine online buchen, schnell ein Folgerezept beantragen oder auch schon erste Video-Konsultationen als Alternative für einen Vor-Ort-Termin nutzen. Der nächste große Umbruch steht zudem bevor: Bis 2021 soll auch in Deutschland die elektronische Patientenakte (ePA) eingeführt werden, die allen gesetzlich Versicherten den Zugriff auf wichtige Gesundheitsdaten über einen Computer oder ihr Smartphone ermöglichen soll.

Dennoch stellt vor allem die flächendeckende Digitalisierung die gesamte Branche vor eine große Herausforderung. Doch die Investition lohnt sich! Die Mehrheit der oben genannten Lösungsfelder sparen den Gesundheitseinrichtungen nicht nur bares Geld, sondern sorgen auch für eine bessere Zusammenarbeit und eine bessere Pflege. Um all diese Vorteile abschöpfen zu können, braucht es jedoch eine einheitliche Kommunikationsstruktur, die verschiedene Systeme, Anwendungen und auch Anwendungen zusammenführt. Unified Communications hilft Verwaltungen, Krankenhäusern, Arztpraxen und Patienten, jederzeit und überall zu kommunizieren.

Erhöhte Produktivität

Einheitliche Kommunikationsstrukturen – Chat, Datenmanagement, Audio- und Video-Calls – steigern die Arbeitseffizienz erheblich. Wussten Sie eigentlich, dass 52% der US-amerikanischen Ärzte in ihren Pagern die größte Frustrationsquelle während ihrer Arbeit sehen? Durch den Einsatz veralteter Technologien, z.B. den Pager, vergeuden Mitarbeiter bis zu 45 Minuten ihres Arbeitstages, indem sie versuchen, Kollegen zu erreichen und dann auf deren Rückmeldung oder Erscheinen warten – das sind bis zu 10% ihres gesamten Tages!

Unified Communications bringt vielen Mitarbeitern die Vorteile einer schnell zugänglichen Kommunikationslinie in der gesamten Einrichtung: Mitarbeiter können Patienten- und Organisationsfragen schneller beantworten. Eine einfachere Kommunikation kann auch Unsicherheiten über den Zustand der Patienten verringern; weniger Missverständnis führen zu weniger Nachfragen, einem besseren Zeitmanagement und ergo besserer und schnellerer Behandlung.

Viele Mitarbeiter, nicht nur im Gesundheitswesen, können ein Lied davon singen: Besonders die Dateneingabe und deren Verwaltung kostet extrem viel Zeit, Nerven und auch Geld. Studien in den USA zeigen, dass Klinikmitarbeiter etwa 43% ihrer Zeit mit der Eingabe und dem Management von Daten und gerade einmal 28% mit Patienten verbringen! Transparente und einheitliche Kommunikationstools senken den Verwaltungsaufwand und setzen mehr Zeit für die Interaktion mit Patienten frei. Das ermöglicht unter dem Strich auch einen besseren Versorgungsstandard.

Bessere Patientenerfahrung

Nicht nur Mitarbeiter profitieren von UC, sondern auch die Patienten selbst, etwa, wenn sie schnell und direkt auf ihre Patientendaten zugreifen möchten. Wo früher langwierige Telefonate mit verschiedensten Ärzten notwendig waren, Unterlagen verschiedener Fachärzte erst kopiert und eingeschickt werden mussten, können sich Patienten heute einfach über ein Portal einloggen und erhalten alle Unterlagen und Auskünfte, die sie benötigen – Terminerinnerungen, Dateien oder Rezepte eingeschlossen. Diese Verfügbarkeit an einem zentralen Ort erleichtert auch die Arbeit der Pflegekräfte, nicht zuletzt auch in Hinblick auf Schnelligkeit, Qualität, Sicherheit und Kosteneffizienz.  

Standortübergreifende Vernetzung

Während in zahlreichen Einrichtungen bereits in die elektronische Datenerfassung und –verarbeitung von Patientendaten und Behandlungsabläufen investiert wurde, stoßen Mitarbeiter verschiedenster Einrichtungen schnell an ihre Grenzen, wenn es um die Kommunikation und Zusammenarbeit über verschiedene Einrichtungen und Standorte hinweg geht – etwa, weil unterschiedliche Systeme zum Einsatz kommen. UC kann hier dabei helfen, eine Basis zu schaffen, auch sensible und komplexe Daten unter Berücksichtigung von Datenschutz- und Compliance-Bestimmungen zu verwalten und miteinander zu teilen sowie verschiedene Kommunikationskanäle für eine reibungslose Zusammenarbeit einzubinden.

Videokonferenzen & Telemedizin

Aufgrund des besseren Zugangs zum Breitband-Internet und zu UC-Funktionen wie Screen- und Content Sharing werden Videokonferenzen zur idealen Ergänzung der Telemedizin. Schon jetzt nutzen Unternehmen Videokonferenzen, um ihre internen Arbeitsabläufe und auch die Kommunikation mit den Patienten und deren Angehörigen zu verbessern. Als fester Bestandteil der Telemedizin können Patienten ihre Ärzte mit Video anrufen und erhalten eine schnelle und direkte Bewertung bestimmter allgemeiner Gesundheitsprobleme. Das ist besonders hilfreich bei Follow-ups, Fragen und Antworten, Teletherapie und der Beurteilung visueller Symptome.

Telemedizin und Videokonferenzen sind nicht nur Trends – diese Technologie wird wahrscheinlich aufgrund einer Kombination von Faktoren weiterwachsen:

  • Die zunehmende Alterung der Bevölkerung braucht zusätzliche Leistungen für eine kontinuierliche medizinische Versorgung.
  • Der Haus- und Fachärztemangel vor allem im ländlichen Raum zwingt viele Patienten zu langen Reise- und Wartezeiten. Der Breitband-Ausbau macht Telemedizin auch in bisher schwer zugänglichen Regionen möglich.
  • Immer mehr Smart-Devices mit Videofunktionen erobern den Markt und begünstigen die Verbreitung von Telemedizin.
  • Elektronische Patientenakten werden zum neuen Standard und ermöglichen die einfache Übertragung medizinischer Daten.

Planen Sie Ihre UC-Transformation

Möchten Sie die Kommunikationsprozesse in Ihrem Unternehmen vereinfachen? Dann sollten Sie einigen Bereichen eine besondere Aufmerksamkeit einräumen: Ersetzen Sie zunächst alle alternden PBX-Systeme und erstellen Sie Ihre eigene Roadmap, um auf eine Cloudbasierte Telefonie-Lösung umzustellen. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um mit einem konkreten Use Case zu testen. Lernen Sie aus diesen Erfahrungen und passen Sie Ihre übergeordnete Strategie schrittweise an. Setzen Sie auf Experten, die Sie von der ersten Planung Ihrer UC-Strategie, über ein erstes Pilot-Projekt bis hin zum kompletten Rollout fachkundig begleiten. Wir bei SoftwareONE verfügen über langjährige Erfahrung in der Planung, Implementierung und Verwaltung komplexer UC-Projekte im Gesundheitswesen und helfen Ihnen dabei, Ihre Kommunikation mit Lösungen wie Microsoft Teams oder Skype for Business zu vereinfachen. Erfahren Sie mehr über unseren UCSimple-Service sowie unsere Services rund um das Thema Videokonferenzen oder kontaktieren Sie uns direkt.

Hinterlasse eine Antwort