Best Practice: Schritt für Schritt in die Cloud

Mai 2, 2019
Peter Nowak

Autor

Peter Nowak

Cloud Specialist

Sie haben sich entschieden, in die Cloud zu migrieren, der Einstieg überfordert Sie jedoch? Keine Angst: Sie müssen nicht alles auf einmal in die Cloud verlagern. Die Cloud-Transformation ist ein Prozess, für den Sie sich ruhig Zeit nehmen dürfen. Wichtig ist allerdings, dass Sie möglichst bald damit anfangen. Starten Sie klein und wachsen Sie dann in Ihrem eigenen Tempo. Wenn das eine oder andere „Experiment“ nicht Ihren Erwartungen entspricht, lässt es sich auch schnell wieder rückgängig machen. Die folgenden Best Practices können als Fahrplan dienen.

1. Bestimmen Sie Ihre Ziele

Einfach nur in die Cloud zu gehen, weil es gerade IN ist, bringt nichts. Werden Sie sich darüber klar, welche Geschäftsziele Sie mit der Cloud verfolgen und wohin Sie sich entwickeln möchten. Das hat viel mit der Unternehmensphilosophie zu tun. Deshalb sollten IT-Entscheider hier eng mit der Geschäftsführung zusammenarbeiten.

2. Legen Sie Ihr Budget fest

Vorab jede einzelne Komponente auf dem Weg in die Cloud genau zu bepreisen, ist schwer und würde außerdem Entwicklungsmöglichkeiten einschränken. Der bessere Weg besteht darin, ein Budget für einen bestimmten Zeitraum festzulegen und dann agil vorzugehen. Alle zwei Wochen prüfen Sie, welche Ergebnisse Sie erreicht haben und stecken sich die nächsten Ziele.

3. Ermitteln Sie Ihren technischen Ist-Zustand

Der technische Aufwand für eine Cloud-Migration kann sehr unterschiedlich sein und hängt von Ihrer aktuellen technischen Situation und Ihren Zielen ab. Wer zum Beispiel schon virtuelle Maschinen nutzt, kann diese meist einfach in die Cloud heben.

4. Überlegen Sie, was Sie in die Cloud verschieben möchten

Nicht alle Anwendungen eignen sich für die Cloud. Sensible Daten möchten Sie vielleicht lieber im eigenen Rechenzentrum behalten. Gegebenenfalls müssen Sie Anwendungen auch anpassen, damit sie in der Cloud laufen. Machen Sie sich eine Liste, was Sie verschieben wollen und welche Änderungen nötig sind.

5. Wählen Sie den Cloud Provider aus

Die Unterschiede der Cloud-Anbieter liegen meist im Detail. Auswahlkriterien können die jeweiligen SLAs sein oder besondere Services, auf die Sie Wert legen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass der Anbieter ein Rechenzentrum in der EU betreibt. Sie müssen sich nicht für einen einzigen Provider entscheiden. Gerade größere Unternehmen tendieren heute zu einer Multi-Cloud-Strategie und kombinieren Services von verschiedenen Anbietern.

6. Führen Sie einen Proof of Concept durch

Es empfiehlt sich, klein anzufangen und ein klar abgegrenztes erstes Szenario auszuprobieren. Beliebte Anwendungsfälle sind zum Beispiel Backup und Recovery in der Cloud oder der Aufbau eines Notfallrechenzentrums. In einem Proof of Concept (POC) sammeln Sie erste Erfahrungen.

7. Stellen Sie einen Strategieplan auf

Anhand Ihrer zuvor definierten Ziele und der Erfahrungen aus dem POC entwickeln Sie Ihre Cloud-Strategie. Sie legen fest, mit welchen Diensten und Daten Sie welche Themen angehen wollen. Dabei sollten Sie Zyklen und Prüfpunkte definieren, an denen Sie erreichte Ergebnisse evaluieren und Ihre Strategie gegebenenfalls noch einmal anpassen.

8. Etablieren Sie eine Cloud Governance

Damit Kosten nicht aus dem Ruder laufen und Sicherheit und Compliance gewährleistet sind, sollten Sie einen rechtlichen und organisatorischen Rahmen für Ihre Cloud aufstellen. Dazu gehört ein rollenbasiertes Rechtekonzept, in dem Sie genau definieren, wer was machen darf – zum Beispiel neue Subscriptions in Azure buchen oder Ressourcen anlegen. Wichtig ist auch, den Cloud-Kosmos in einer passenden Hierarchie zu strukturieren, zum Beispiel verschiedene Azure-Subscriptions für verschiedene Standorte oder Abteilungen.

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