Oracle Java – Subscription statt Lizenzen

November 22, 2018
Mert Kartal

Autor

Mert Kartal

Subscription statt Lizenz

Oracle ändert sein bisheriges Java-Lizenzmodell, welches bis dato für die Editionen Oracle Java SE Advance Desktop, Oracle Java SE Advance sowie Oracle Java SE Suite verfügbar war. Statt des klassischen „Dauerlizenz plus Jahres-Support“ Modells stehen seit 15. Juli 2018 nur noch Subscriptions mit einer Laufzeit von 1 bis 3 Jahren zur Verfügung.

Zugleich verändern sich die Release-Zyklen für kostenfreie Java-Versionen. Langlebige Oracle Java-Releases inklusive notwendigem Support gibt es zukünftig nur noch durch Abschluss einer Subscription.

Eine kurzfristige Betrachtung (was passiert ab Februar 2019) ist daher ebenso notwendig wie die Entwicklung einer langfristigen Java-Strategie.

Was sollte ein Oracle Java Kunde in 2019 beachten?

Zuerst die gute Nachricht: nicht jeder Java-Kunde ist gleich zu Beginn vom neuen Kostenmodell betroffen. Denn wer heute Java 8 oder älter mit den bis dato kostenfreien Komponenten Java Runtime Environment (JRE) und/oder Java Development Kit (JDK) im Einsatz hat, kann die aktuell verwendete Version bei gleichbleibendem Patch-Stand auch nach Januar 2019 noch kostenfrei nutzen. Denn Subscription-pflichtig werden zunächst nur die neuesten Security Fixes und Critical Bug Fixes.

Ebenfalls kostenpflichtig ist die Nutzung zusätzlicher Komponenten wie JRockit als Server Komponente, sowie Desktop-Komponenten wie der Flight Recorder oder der automatisierte Rollout von Java-Updates mithilfe des MSI Enterprise Installer – jedoch waren diese Produkte auch bis dato unter dem nunmehr auslaufenden Modell bereits lizenzpflichtig.

Spätestens mit dem Wechsel auf das nächste sog. „Long Term Support“ Release, Teil der Oracle-Roadmap Java 11, fallen Subscription-Kosten auch für die bis dato frei verfügbare Komponente JDK an, denn JRE entfällt ab Java 11. Jeder Oracle Java-Kunde sollte daher eine Java-Strategie für den zukünftigen Einsatz unter den veränderten Lizenzbedingungen entwickeln. Denn Java 11 steht bereits seit 25. September 2018 zur Verfügung und es ist zu erwarten, dass Softwarehersteller in den kommenden Monaten bzw. Jahren ihre Applikationen auf den aktuellen Release ausrichten.

Entwicklung einer Java-Strategie

Jedem Java-Kunden ist zu empfehlen, zunächst eine Java-Inventur durchzuführen. Damit kann der aktuelle Einsatz und die Verbreitung der Software im eigenen Unternehmen erfasst und verstanden werden.

Mit der Ermittlung der Installationen lässt sich das aktuelle Risikopotenzial für zukünftige Kosten ableiten und entsprechende Maßnahmen für die kurzfristig anstehenden und Java 8 oder älter betreffenden Versionen ableiten.

Jedoch ist auch eine längerfristige Betrachtung notwendig, bei der interne und externe Einflussfaktoren (wie IT-Richtlinien, Regularien und Kundenanforderungen u.a.) berücksichtigt werden. Dabei sollte eine Java-Strategie entwickelt und somit Java in das Software Asset Management mit aufgenommen werden. Innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen gibt es eine Vielzahl möglicher Optionen zur Kostensenkung und –vermeidung, die in die Java-Strategie einfließen können.

Gerne unterstützen die Oracle-Experten von SoftwareONE Sie auf diesem Weg und bei der Entwicklung Ihrer individuellen Java-Strategie. Besuchen Sie auch unser Webinar am 24.01.2019 um 9:30 zum Thema: „Oracle macht Java kostenpflichtig – und nun?“

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